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"Keramik Modul" des 8. Jahrgangs


"Kunst überschreitet Grenzen und erfindet neue Sichtweisen. Künstlerische Praxis könnte man so beschreiben:

Spurensuche an gewohnten und vor allem ungewohnten Orten.

Aufmerksam umherschweifen als ein Nachdenken, Abwägen, Fühlen, Sehen, Riechen, Hören, Sprechen, Tasten, Erinnern und Bewegen.

Der ganze Mensch ist verwickelt und wird auf eine bestimmte Farbe, eine besondere Form, eine ungewohnte Situation, eine merkwürdige Oberfläche oder ein bestimmtes Geräusch aufmerksam.

Hier ist etwas Anderes, Überraschendes, Nicht-Erwartetes.

Das Fremde im schon Bekannten.

Assoziationen tauchen als Bild- und Sinnfragmente auf.

In der Wahrnehmung vermischt sich Neues mit Bekanntem.

Die Spannung zwischen dem Ungewohnten, Offenen, Beweglichen, Sperrigen und dem Perfekten, Erstarrten, Fertigen ist inspirierend.

Ein Möglichkeitsraum für Bedeutung.

Deswegen wird Gefundenes angehäuft, gesammelt und sortiert. Zahlreiche Varianten, einer Gattung oder einer Gruppe eines Materials. Verschiedenes und Gleiches.

Irgendwann passiert es dann:

Einen neuen Sinn erahnen ohne genau zu wissen, ein Pendeln zwischen Notwendigkeit und Zufall.

In dieser komplexen Vielfalt entsteht schrittweise neue Bedeutung durch Verbindungen und Reduktionen.


Das diesjährige "Keramik Modul" des 8. Jahrgangs der Mosaikbauschule Dortmund hat ein besonderes Thema.

Dozenten dieses Moduls sind die zertifizierten Mosaizisten*innen Simone Schwarz, Christopher Baumert und Robert Kaller (Master of Fine Arts).

Zu Besuch waren zunächst die Auftraggeber für ein Fliesen-Wandmosaik im Eingangsbereich einer Schule:

Vertreter der Schulleitung, der Kunstpädagogik und die Schülersprecherin aus der Sekundarschule Altenhagen.

Gemeinsam mit den Studenten*innen wurden durchaus kontrovers inhaltliche Fragen zum geplanten Wandmosaik erörtert.

Das ist das Thema des Moduls.

Die gemeinsame Suche nach einer künstlerischen Lösung in dieser Größenordnung ist eine anspruchsvolle Herausforderung. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, ein Tasten und Suchen setzt ein, Unsicherheit, Zweifel und dann wieder Mut und Entschlossenheit prägen diese Phase der Arbeit.

Der Alltag des Künstlers.

Nach einer Einführung in Werkzeuggebrauch und Material entwickelt die Studenten*innen erste Ideen zum Wandmosaik.

Am Nachmittag besuchte uns Marc Wehmeier, Produktmanager der Firma Schmidt-Rudersdorf, der eine flammende Hommage auf die Verbindung von Kunst, dem Handel und dem Handwerk gehalten hat und der den Studenten*innen wichtige Informationen über Fliesenqualitäten und deren jeweilige Eigenschaften vermittelte.



In einem beeindruckenden sozialen Konsens haben 18 Studenten*innen der Mosaikbauschule Dortmund an einem 20 qm keramischen Wandmosaikentwurf mit Natursteinelementen gearbeitet und haben dabei hochkonzentriert Farbklänge, Rhythmen und grafische Linienverläufe komponiert, Formatives und Informatives versöhnt und wertvolle handwerklich künstlerische Erfahrungen gesammelt.

Sowohl im Sozialen wie im Künstlerischen bewegt sich der Vorgang auf einem hohen Niveau!

Eine disziplinierte hochkonzentrierte künstlerisch handwerkliche Energie!

Im kommenden Modul „auftragsbezogenes Arbeiten“ wird das Mosaik in der Schule angebracht, verfugt und gereinigt.



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